Auf und davon nach Neuseeland

Herzlich Willkommen auf dem Blog von Tom und Jane :)
Hier habt ihr die Möglichkeit uns bei der Reise durch die Welt in das jüngste Land zu begleiten und unsere Erfahrungen zu teilen. Es werden aktuelle Ereignisse, Eindrücke und natürlich auch Fotos veröffentlicht um euer Fernweh zu steigern.
Wir hoffen euch gefällt die Seite und freuen uns über ganz viele Kommentare und Grüße aus der Heimat. Also seid fleißig :)

Montag, 21. Februar 2011

Abschied auf neuseeländisch






















Nach einer Woche Sonnenschein auf den Fiji-Inseln sind wir nun wieder in Auckland angekommen, dort wo vor 5 Monaten alles angefangen hat. Doch bevor ich von Fiji oder Auckland berichte, kommt noch der Beitrag von unserer letzten Gastfamilie in Diamond Harbour bei Christchurch.

Wir erreichten den Ort auf der Banks Halbinsel nach einer 10-minütigen Fährfahrt und unser Gastvater Nirdosch holte uns ab. Wie alle Einheimischen war auch er total nett und aufgeschlossen, so waren die ersten Berührungsängste nach kurzer Zeit verschwunden. Auf dem Weg zum Haus erfuhren wir, dass er ursprünglich aus England kommt und vor nahezu 40 Jahren sein Land verlassen hat und seit dem auf der Reise ist. Dabei ist er mit einem Auto von England bis nach Indien gefahren und hat den Mt. Everest Track gemacht, allerdings nicht bis zum Gipfel. Er hatte also viele spannende Geschichte und wir waren sehr interessiert. Seine Partnerin ist hingegen aus Deutschland vor 25 Jahren ausgewandert und arbeitet nun als Lehrerin in einer Waldorfschule. Wir kamen also in eine sehr interessante Gastfamilie und hatten viel Gesprächsstoff, aber auch eine Menge Arbeit.
Neben drei Schafen und einem Pferd besaßen sie noch einen riesigen Gemüsegarten, wo regelmäßig Tomaten, Bohnen, Mais, Salat, Zwiebeln und Mohrrüben geerntet wurden. Wir lebten sehr Bio und daher war unsere Arbeit auch recht Bio. So mussten wir einen Vormittag Pferdemist aufsammeln und in den Beeten als Dünger verteilen. Eine sehr leckere Aufgabe! Aber Unkraut jäten und Feuerholz stapeln stand auch auf dem Programm. Nach der Arbeit gingen wir immer in unseren Caravan, der auf dem Grundstück stand und unser Zuhause für zwei Wochen war. Man glaubt gar nicht, wie gemütlich so ein Ding ist und wie viel Platz man darin findet. Aber vielleicht kam es uns auch nur so vor, da wir monatelang in einem kleinen Auto gelebt haben.
Mit unseren Gasteltern verstanden wir uns richtig gut und so teilten sie uns eines Mittags mit, dass wir für drei Tage das Haus für uns alleine haben können, da sie wegen ihrer Arbeit unterwegs sind. So sollten wir auf das Haus aufpassen uns um die Katze kümmern. Schon beeindruckend, dass völlig wildfremde Menschen nach zwei Tagen ihr Hab und Gut einfach so an uns überlassen. Aber so sind die Kiwis. In Deutschland wäre das undenkbar.
In den drei Tagen haben wir uns hauptsächlich am Strand und am Computer aufgehalten, da nach vier Wochen reisen einiges zu berichten war. Der Strand war nur wenige Minuten mit Fahrrad vom Grundstück entfernt und war wunderschön an einer kleinen Bucht gelegen. Hier konnte man sich super die Zeit vertreiben.
Einen Tag beschlossen wir, jedoch noch ein letztes Mal zu wandern. Also hieß es, den Mount Herbert zu besteigen. Mit 989 Metern und nur 5 Stunden wandern, war es im Vergleich zu unseren anderen Ausflügen eine relativ kurze Wanderung, aber irgendwie war der Aufstieg beschwerlich. Anscheint waren wir schon wieder aus der Übung.
Nach dem wir uns kurz verlaufen hatten, kam die letzte Etappe und Kühe kreuzten unseren Weg. Kühe? Jaa eine ganz Kuhherde graste auf dem Gipfel Fröhlich vor sich hin und erschwerte unseren Weg, da überall Kuhmist im Weg lag und man ganz behutsam seinen Schritt setzten musste. Aber verdammt, das müssen die glücklichsten Kühe der Welt sein! Bei so einem atemberaubenden Ausblick auf die ganzen Buchten und die Bergketten, die die Stadt umringen. Im Hintergrund konnte man sogar die Southern Alps erahnen und weit auf den offenen Ozean blicken. Da wundert es auch nicht, dass wir fast eine ganze Stunde Pause auf dem Gipfel eingelegt haben und uns so von Neuseeland verabschieden haben, denn dies wahr wohl unsere letzte Wanderung in diesem schönen Land.
Anschließend ging es auf der anderen Seite des Berges wieder runter und wir erreichten glücklich und zufrieden das Grundstück unserer Gastfamilie. Sofort ging es wieder an den Strand zum Entspannen und um uns zu erfrischen, da man bei 35 Grad doch schon ordentlich ins Schwitzen kommt.

Nach 14 Tagen arbeiten und schwimmen bei der Gastfamilie, hieß es dann auch hier wieder Abschied nehmen. Nirdosch war so freundlich uns bis zum Flughafen zu fahren, wo unsere Reise nach Fiji startete.

Wie wir diesen Abschnitt der Reise meisterten, erfahrt ihr im nachfolgenden Beitrag.
Bis denn, eure Neuseeländer Tom und Jane

Samstag, 5. Februar 2011

Wackeliger Autoverkauf






Wir verfolgten eine endlos scheinende gerade Straße Richtung Nordosten und kamen am Nachmittag in der letzten Station unserer Neuseelandreise an. In Christchurch organisierten wir uns schon im Voraus eine neue Gastfamilie, um unseren geliebten Wolfgang zu verkaufen. Doch vorher erkundeten wir die Stadt, die leider von reichlich Erdbebenschäden im Zentrum geprägt war. Nahezu jedes alte Gebäude wurde mit speziellen Konstruktionen gestützt und mit Zäunen abgesperrt, um die Passanten vor herunterfallenden Ziegelsteinen zu schützten. Am 26. Dezember des letzten Jahres suchte erneut ein Erdbeben die Stadt heim. Diesmal war es nicht so stark wie das 7.1 Erdbeben im September, aber stark genug, um eh schon baufällige Gebäude weiter zu beschädigen. Aber trotzdem ist die Stadt sehr sehenswert und das Schlendern durch die beschäftigten Einkaufsstraßen machte sehr viel Spaß.
Weiter abseits, in einem schönen Vorort am Strand suchten wir uns einen tollen Schlafplatz an einer Surfschule mit einer öffentlichen Dusche. Wir verbrachten zwei Nächte hier und kriegten dabei Besuch von zwei deutschen, mit denen wir bereits kurz vor dem Abel Tasman Park ins Gespräch kamen. Gemeinsam frühstückten und plauderten wir am nächsten Morgen ausgelassen und stellten mal wieder fest, wie klein Neuseeland doch ist. Im Stadtzentrum trafen wir dann natürlich noch auf das Pärchen aus England und Israel, von denen wir leider immer noch nicht die Namen wissen, und verabschiedeten uns ein letztes Mal, da ihre Fahrt nun weiter auf die Nordinsel geht und wir jedoch in Christchurch verweilen. Damit haben wir sie öfter als Ann und Jan getroffen, welchen wir auf der Südinsel nicht einmal begegnet sind. Hinzu kommen noch weitere Leute, die wir im Verlauf unserer Reise immer wieder trafen und eigentlich haben wir alle, mit denen wir uns unterhalten haben, immer wieder irgendwo gesehen. Doch nun wird das wohl ein Ende haben, da wir auf den Weg zu unserer neuen Gastfamilie waren.
Im schönen Vorort Sumner kamen wir in eine junge Familie mit zwei kleinen Kindern. Isac war süße 10 Monate alt und Nico aufgeweckte 3 Jahre, zusammen haben sie die Eltern und uns ganz schön auf Trap gehalten. Die Familie war wie zu erwarten sehr nett und wir haben uns auf Anhieb super verstanden. Der Vater besaß eine Baumschule, wo wir jeden Morgen hinfuhren und unzähligen Pflanzen umtopften, gossen und pflanzten. Die Arbeit hat sehr viel Spaß gemacht, vor allem auf dem Wochenendmarkt, wo wir beim Verkauf von Tomaten, Pflaumen und Blumen helfen durften. Zudem lernten wir viel über das Anbauen von Gemüse und Kräutern und waren sehr in seine Arbeit interessiert. Dies haben wir hauptsächlich dem WWOOFen zu verdanken, da wir sehr naturverbunden geworden sind und eine vollkommen neue Auffassung über gesundes Essen bekommen haben.
Doch wir mussten uns auch auf unser großes Autoverkaufsprojekt konzentrieren und so arbeiteten wir etwas vor, um den Sonntag für den Automarkt freizukriegen. Die Nachmittage verbrachten wir entweder damit das Auto zu putzen oder am Computer, wo wir einen Flyer für den Verkauf gestalteten.
Als wir am Sonntag den Carmarkt Früh um 9 Uhr erreichten, kamen sofort ein paar schmierige und einfach unsympathische Cardealer zu unserem Wolfgang und betatschten ihn wie selbstverständlich. Wir haben noch nicht mal alle Unterlagen ausgefüllt, da wollten die uns den Wagen schon für $1500 abkaufen. Lachend haben wir die abgewimmelt und uns weiter mit dem Papierkram beschäftigt. Für $2450 haben wir das Auto angeboten, obwohl wir es nur für $2350 in Auckland gekauft haben, jedoch wollten wir nicht Profit daraus schlagen, sondern einfach nur eine Verhandlungsbasis schaffen.
Immer mehr Backpacker parkten ihre Autos auf dem großen Gelände und so konnten wir ein bisschen herumstöbern und die Preise vergleichen. Wir stellten schnell fest, dass unser Wagen eindeutig ein gutes Angebot war, da wir nur 158000 km runter hatten und trotzdem billiger waren als die meisten. Die anderen hatten hingegen im Schnitt 250000 runter, manche Vans sogar unglaubliche 450000. Doch trotzdem lief es nicht sehr gut mit dem Verkauf. Nur vereinzelt trudelten ein paar Kaufinteressenten auf dem Markt ein und schauten eigentlich nur. Die Verkaufsbilanz war traurig, nur ein Auto von knapp 30 wurde verkauft und auch nur, weil es zu einem Spottpreis angeboten wurde. Im Angesicht der Verzweiflung stellte ich mich noch mit einem Verkaufsschild auf die Straße und versuchte ein paar Kunden zum Markt zu locken, doch auch das war zwecklos. Traurig mussten wir zurück in die Stadt fahren und unsere Flyer in vielen Hostels verteilen. Zu gerne hätten wir das Auto verkauft. Besonders Tom fing schon an sich Katastrophengedanken auszumalen
„Was ist, wenn wir es nicht verkaufen?“ ; „Was passiert, wenn die einen schlimmen Schaden entdecken?“
Nach einer schlaflosen Nacht für Tom ging es am nächsten Morgen wieder zur Arbeit. Während wir Erde in viele Töpfe umfüllten, klingelte unser Handy und ein Interessent für das Auto wollte es sich am Nachmittag anschauen. Kurz danach rief erneut jemand an, der Interesse am Auto zeigte. Damit stieg Toms Laune schlagartig wieder an und er arbeitete den Rest des Tages mit einem Lächeln.
Die Testfahrt am Nachmittag verlief gut und im Laufe des Tages bekamen wir eine weitere SMS, wo jemand sich das Auto gerne näher angucken wollte, also fuhren wir auch zu ihm für eine Probefahrt. Es war also ein sehr erfolgreicher Tag. Am Abend bekamen wir dann erneut einen Anruf vom englischen Pärchen, das sich zuvor den Wagen angeguckt hatte, und wollte über den Preis verhandeln. Mit $2300 einigten wir uns auf einen guten Preis. Den nächsten Tag fuhren wir zur Arbeit und bekamen am frühen Vormittag eine Nachricht vom englischen Pärchen, dass sie sich erneut den Wagen gerne ansehen möchten. Mit der Erlaubnis von unserem Gastvater machten wir uns sofort auf den Weg und trafen die Zwei in der Stadt. Wir verstanden uns gut mit ihnen und waren uns sicher, den Wagen an dem Tag zu verkaufen. Nach einer langen Testfahrt, wo noch mal alles getestet wurde, teilten sie uns dann aber mit, dass sie das Auto gerne für $2100 kaufen wollen. Da wir aber eigentlich 2300 haben wollten, einigten wir uns auf die Mitte für 2200, doch eigentlich war es uns immer noch zu wenig und die Engländer argumentierten, dass sie noch ein anderes Auto im Auge hatten, und zwar genau die gleiche Art von Wagen, jedoch für einen günstigeren Preis und mit einem besseren Motor. Wir entschieden uns erst mal in Ruhe darüber nachzudenken und später wieder zu melden. Wir überlegten lange hin und her. Tom wollte das Auto eigentlich nur so schnell wie möglich los werden, damit die Geschichte und die Verantwortung endlich vorbei sind, doch ich wollte auch einen guten Preis, da unser Auto einwandfrei ist und nach knapp 5 Monaten nicht so stark an Wert verliert. Zudem konnte ich mir irgendwie nicht vorstellen, dass die noch ein anderes Auto im Auge haben und wenn es günstiger und besser ist, warum kaufen sie es nicht? Zumal sie nur 5 Wochen in Neuseeland sind und so schnell wie möglich los wollten. Irgendwie ergab es für mich alles keinen Sinn und so dachten wir, dass es von denen nur ein Trick ist, um uns herunter zu handeln. Also fingen wir an zu pokern. Wir schrieben eine Nachricht an die beiden, dass unser letztes Angebot 2300 ist und wir erst seit 2 Tagen probieren das Auto zu verkaufen und viele Interessenten vorhanden sind, also haben wir keinen Zeitdruck und gute Chancen es an jemand anderen zu verkaufen. Sie antworteten trocken mit: „Danke, für das Bescheidsagen.“ Also kein ja und kein nein.
Am nächsten Tag bekamen wir dann auf der Arbeit eine Nachricht von beiden, dass sie es für 2300 kaufen, wollen und zwar sofort. Somit haben wir das erreicht, was wir wollten, und waren glücklich und zufrieden.
Man kann also sagen, dass wir durch Neuseeland für nur $100 gereist sind, wenn man die Reparaturkosten mitberechnet und den Sprit außer Acht lässt.

Als Belohnung, dass wir so sparsam waren, haben wir einen Flug nach Fiji für 8 Tage schnorcheln gebucht, und da wir kein Auto mehr hatten, sind wir zurück getrampt. Man hatte uns empfohlen es mal auszuprobieren, da es in Neuseeland sehr sicher und einfach sein soll. Also bastelten wir uns ein Schild aus Pappe mit der Aufschrift „Sumner“ und stellten uns an die Hauptstraße. Nach ungefähr 15 Minuten hielt dann auch tatsächlich ein Wagen an und eine freundliche Frau und ihr Sohn nahmen uns mit. Also ein sehr erfolgreicher Tag für uns.

Die restliche Zeit bei der Gastfamilie war relativ ruhig, wenn man mal von den Erdbeben absieht. Innerhalb eines Tages hat die Region um Christchurch 22-mal gewackelt. Davon war eins um 6 Uhr morgens mit 5.1 auf der Richterskala das Stärkste. Zum Glück sind aber keine Schäden entstanden, aber trotzdem ist es ein mulmiges Gefühl wenn man von einem Geräusch, dass einem Donnergrollen gleicht, wach gemacht wird und eine Sekunde später das gesamte Bett wackelt und die Wände quietschen und sich hin und her bewegen. Tom und ich blieben weiter liegen und konnten gar nicht realisieren, was vor sich geht. Nach ca. 15 Sekunden war wieder alles ruhig. Die nächsten zwei Tage wurden wir immer wieder von Erdbeben der Stärke 4.4 und 4.0 wach, aber es ist alles im grünen Bereich. Neuseeland wird eigentlich jeden Tag von mehreren Erdbeben heimgesucht, aber nur einen Bruchteil davon spürt man. Aber trotzdem können bei starken Beben große Schäden entstehen, daher muss jeder neuseeländische Bürger eine Erdbebensteuer bezahlen, damit die Schäden wieder repariert werden können.

Nach zwei Wochen verließen wir dann unsere Gastfamilie und fuhren zur Nächsten, die nur einen Ort weiter wohnt.

Was wir dort alles erlebten, erfahrt ihr bald.
Also fleißig weiter lesen.
Eure erfolgreichen Autoverkäufer

Gewaltige Natur



















Mit gutem Wetter und wenigen Wolken startete der nächste Tag, für den wir viel vorhatten. Denn nun sollte der höchste Berg Neuseelands besucht werden.
Auf dem Weg zum 3755 m hohen Mount Cook wurde man von einer tollen Berglandschaft begleitet und schon auf die schneebedeckte Gegend eingestimmt. An einem Aussichtspunkt vor einem See hatte man einen grandiosen Blick auf den Gipfel. Also schnell zurück ins Auto und näher ran. Unterwegs machten wir immer wieder kurze Zwischenstopps, um beeindruckende Bilder zu schießen. Die Straße endete dann an einem Campingplatz, wo wir uns für die Nacht mit rund 50 anderen Campern einquartierten. Wir unternahmen eine kurze Wanderung zum Kea Point, wo man nicht nur eine freie Sicht auf den Mount Cook hatte, sondern auch den benachbarten Mount Senfton mit seinen vielen kleinen Gletschern bestaunen konnte. Immer wieder bahnten sich geräuschvoll kleine Lawinen ihren Weg nach unten. Als wir einen kurzen Moment nur für uns alleine waren und keine Touristen um uns herum, ließen wir das atemberaubende Panaroma in vollkommener Stille auf uns wirken. Einfach wundervoll, wie diese königlichen Berge in den Himmel ragen und bei schönem Wetter ist es noch viel eindrucksvoller.

Nachdem wir einen wundervollen Tag am Mount Cook verbrachten, verließen wir die Gegend wieder und fuhren Christchurch entgegen. Dabei sahen wir das Pärchen am Straßenrand wieder, diesmal jedoch ohne anzuhalten. Wirklich unglaublich, wie oft man sich in Neuseeland trifft.
Nach wenigen Minuten Fahrt machten wir dann einen Stopp am Lake Tekapo. Dieser See bezaubert nicht nur durch seine tolle Sicht auf den Mount Cook, sondern auch durch seine milchig leuchtende türkise Farbe. Verursacht durch ein feines Sediment im Wasser ist der See ein beliebtes Fotomotiv. Des Weiteren gibt es hier eine niedliche kleine Kirche, die direkt am Wasser gebaut ist und dem ganzen Ort einen historischen Charakter verleiht. Zur Mittagspause setzten wir uns einen Augenblick an den See und steckten unsere Füße in das kalte Wasser und genossen einfach nur die Aussicht und die warmen Sonnenstrahlen. Doch nicht lange, denn Christchurch wartete schon auf uns.

Was wir dort Spannendes erlebt haben, erfahrt ihr im nächsten Bericht.

Kugelige Elefanten














Auf dem Weg nach Omarou durchkreuzten wir wunderschöne Landstriche, wo natürlich hauptsächlich Schafe das Bild prägten. An einem wundervollen Küstenstreifen in Moeraki machten wir dann Halt und spazierten zu den mysteriösen Kugelsteinen. Diese großen Steinklumpen sehen aus, als hätte sie ein Riese wie Perlen am Strand zum Spielen verteilt. Leider sind diese so sehr vom Tourismus geprägt, dass es ein Kugelstein Hotel, Kugelstein Restaurant und Kugelstein Imbiss gibt und Hunderte Menschen auf den Steinen rumturnen, sodass es fast ein Ding der Unmöglichkeit war, ein Bild ohne einen fremden Menschen zu machen. Doch etwas Abseits kann man die Steinchen dann doch genauer begutachten und bestaunen. Durch die vielen Menschen hielt es uns nicht lange an dem Ort und die Reise ging weiter.

Noch am selben Tag fuhren wir in Omarou ein, eine Stadt, die für ihre Pinguine bekannt ist. Ursprünglich war eine Tour mit den Blaupinguinen geplant, aber ein stolzer Preis hielt uns dann davon ab und so entschieden wir uns stattdessen einen weiteren Versuch bei den Gelbaugenpinguinen zu starten. Bis zur Dämmerung vertrieben wir uns die Zeit mit Kartenspielen. Besonders bei Regentagen spielten wir immer wieder Mau-Mau und so kam die Neuseelandmeisterschaft in Mau-Mau zustande. Zurzeit liege ich mit 15 gewonnenen Spielen vorne, doch Tom ist mir mit 11 dicht auf den Versen, aber wir beobachten das weiter.
Gegen halb sieben platzierten wir uns dann auf einer Plattform, die nicht zu weit vom Strand entfernt war, so war es uns auch ohne Fernglas möglich, die Tiere zu erkennen. Pünktlich wie ein Amtmann zeigte sich auch schon der erste Pinguin. Zunächst waren wir uns nicht sicher, ob es wirklich einer war. Im Wasser sah es mehr nach einer Ente aus und so rätselten Tom und ich: „Ente. Nein doch Pinguin. Ach Quatsch Ente! Aber guck Pinguin. Nee, eindeutig ne Ente. Ahh doch ein Pinguin.“ Als das drollige Ding dann im Sand watschelte, waren alle Zweifel über Bord und wir sahen unseren ersten frei lebenden Pinguin überhaupt und auch noch den seltensten seiner Art. Danach mussten wir fast eine Stunde warten, bis wir die Nächsten zwei erblickten. Sehr niedlich, wie sie sich von den Wellen anspülen lassen und dann gemütlich zum Nest wanken und sich dabei strecken und umgucken.

Tierisch sollte es auch weitergehen, als wir vor dem Sonnenuntergang noch zu den Elephant Rocks im Innenland pilgerten. Vollkommen alleine fuhren wir die einsame Straße ins Nichts. Nicht mal Campervans konnten wir sichten und die fahren normalerweise überall in Neuseeland rum. Nach längerem Suchen fanden wir dann auch die merkwürdigen Steinformationen. Entgegen unserer Erwartungen waren die Steine jedoch nicht wie Elefanten oder Tiere geformt, sondern waren einfach nur unglaublich groß. Mitten in einer Weidenlandschaft auf einem Privatgrundstück, wo uns Kühe total verwundert musterten, standen diese Felsblöcke, die mit etwas Grass überdeckt waren. Diese Kalksteinformationen sind so bizarr, dass sie sogar als Filmkulisse in dem Film „Die Chroniken von Narnia“ verwendet wurden. Als die Sonne hinter den Bergen verschwand und nur noch wenig Licht spendete, suchten wir uns eine Übernachtungsmöglichkeit im nächstgrößeren Ort.

Im nächsten Bericht geht es weiter.

Schokoladiger Aufenthalt














Weiter östlich liegt die größte Stadt der Region Otago im Süden der Insel. In Dunedin trafen wir am Mittag ein und besichtigten das Stadtzenturm mit einem schönen Rundgang. Wir sahen uns mehrere Kirchen an und stellten doch gähnend fest, dass sie bei Weitem nicht an die in Europa herankommen. Aber wir aus Europa sind auch ganz schön verwöhnt, was das angeht. Das gleiche gilt auch für die hoch gepriesene und einzige Burg in Neuseeland auf der Halbinsel vor der Stadt. Nicht gerade groß und eigentlich auch nicht schön, aber die Neuseeländer sind unheimlich stolz darauf. Aber Schlösser und Burgen können wir uns auch in Deutschland sattsehen, also haben wir diese mehr oder weniger Links liegen lassen und uns der Schokoladenfabrik gewidmet.
Cadbury produziert 85% der Schokolade in Neuseeland und hat uns stets mit mindestens einer Tafel pro Tag auf unserer Reise begleitet und es ist mit Abstand die leckerste Schokolade, die wir je gegessen haben. Die Tafeln sind hier auf 200g portioniert und haben eine unglaubliche Vielfalt an Geschmacksrichtungen. Von gerösteten Nüssen bis hin zu Heidelbeeren hat die Firma alle Variationen zu bieten, die man sich nur vorstellen kann.
Doch um unserer tiefen Begeisterung Ausdruck zu verleihen, unternahmen wir eine Tour in der Fabrik. Zum Anfang bekam jeder eine kleine Tüte voll mit Kostproben und kleinen Leckereien, die im Laufe der Tour nach und nach genüsslich verspeist wurden. Danach lernten wir unsere Gruppenleiterin kennen, und wie es sich für eine Mitarbeiterin einer Schokoladenfabrik gehört, war unsere Führerin wohl genährt und mit reichlich Hüftgold ausgestattet. Mit außergewöhnlich guter Laune (wenn wundert es bei so vielen Glückshormonen) führte sie uns herum und brachte uns die Geschichte und Produktion der Schokolade näher. Doch wie bei jeder Museeumstour schaltet das Gehirn irgendwann automatisch auf Sparmodus und so konnte man nicht auf Anhieb antworten, als sie uns fragte, für welche Produktion man Kakaobutter noch benutzt. Einer antwortete dann zögernd: „Kosmetik?!“ und die fröhliche Frau entgegnete: „Jaa genau!“ und warf ihm ein Stück Schokolade zu. Ab da an waren alle wieder aufmerksam und sperrten ihre Ohren weit auf. So erzählte sie immer mehr über die Schokolade und welche Zutaten sie verwendeten und um zu kontrollieren, ob wir auch alle fleißig zuhören, stellte sie zwischendurch immer Fragen. Auf die Frage, wo denn die Milch herkommt, antwortete Tom ganz schnell: „Cows!“ und eigentlich wollte die Frau „zentral Otago“ hören, sie war aber so begeistert von Toms Wissen, dass er ein begehrtes Stück Schokolade bekam. So mampften wir uns durch die Tour und besuchten sogar einen zwei Stockwerke hohen Wasserfall mit flüssiger Schokolade, wo eine Kostprobe natürlich nicht fehlen durfte. Am Ende sollte jeder etwas über Schokolade sagen und wurde dafür mit einem Riegel belohnt. Das Fazit der Tour ist, dass wir Mittag ausfallen lassen haben und wahrscheinlich noch nie so viel Schokolade an einem Tag gegessen haben.

Am Abend fuhren wir noch mal auf die Halbinsel und gingen zu der Sandfly Bay. Hier kann man in der Abenddämmerung die seltenen und scheuen Gelbaugenpinguine beobachten, wie sie aus dem Wasser zu ihren Nestern watscheln. Wir versteckten uns eine Weile am Strand, jedoch ohne Erfolg, also entschlossen wir uns zum Parkplatz zurückzugehen und Abendbrot vorzubereiten. Dabei trafen wir zwei alte Bekannte wieder und dreimal dürft ihr raten wen. Natürlich das Pärchen wieder. Wir begrüßten uns wie alte Freunde, die sich schon ewig kannten und gemeinsam starteten wir einen neuen Versuch die Pinguine zu sichten. Ausgestattet mit einem Fernglas standen wir nun weiter Abseits und beobachteten den Strandabschnitt, wie er langsam in gelbgoldenen Farben vom Sonnenuntergang eingetaucht wurde. Leider konnten wir bis auf ein paar schwarze Punkte, nicht viel von einem Pinguin erkennen und so gaben wir letztendlich auf. Aber nichtsdestotrotz war es einfach wundervoll, den Tag am Strand ausklingen zu lassen.

Den nächsten Tag wollten wir Dunedin wieder verlassen, aber nicht ohne der steilsten Straße der Welt einen Besuch abzustatten. Mit 65% an der steilsten Stelle steht die Baldwin Street im Guinnessbuch der Rekorde. Die Straße ist so steil, dass man für die Fußgänger Treppen am Bürgersteig gebaut hat, daher fiel es vielen Autos schwer hier hochzukommen und so sahen wir amüsiert mehreren Autos dabei zu, wie sie wieder rückwärts runterrollen mussten. Unserem Wolfgang muteten wir diese Herausforderung aber nicht zu und so verließen wir Dunedin und fuhren Richtung Norden.

Wie es weiter geht, lest ihr im nächsten Bericht.
Viele Grüße von den schokoladensüchtigen